Schmidt & Paetzel Fernsehfilme
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Deutsche Lebensläufe: Fritz Lang

Grimme-Preis 2007


Fritz Lang, ein großer Name aus einer anderen Zeit. In den 20er Jahren stand er, wie kein anderer, für den Begriff Großfilm. Der müde Tod, Dr. Mabuse, Die Nibelungen – das waren Filme, deren Budget alles Dagewesene übertraf. Metropolis: Der Mensch aus der Maschine, der schöne Mensch. Die Welt geteilt in oben und unten.


Der 1890 in Wien geborene Regisseur wurde schnell zum Star. Für ihn baute man neue Aufnahmehallen, um riesige Dekorationen und Tausende Statisten unterbringen zu können. Schon früh rankten sich Legenden um Lang und sein Leben. Der Tod seiner ersten Ehefrau brachte ihn ins Zwielicht. Sie starb durch einen Schuß in die Brust. War es Selbstmord? Lang hat immer behauptet, es gebe auf der einen Seite seine Filme, auf der anderen sein Leben. Und das eine habe mit dem anderen wenig zu tun. Dabei ist das eine vom anderen nicht zu trennen.


1933 flieht er aus Deutschland. Nach einem Gespräch mit Goebbels habe er alles liegen und stehen lassen und sei nach Paris abgereist. Zumindest erzählt er es so in einem Interview. Der Film aber zeigt Dokumente, die belegen: Es war ein geordneter Rückzug. Lang ging erst, als er sicher war, dass er auch im Ausland arbeiten konnte. Fritz Lang inszenierte nicht nur Filme, er inszenierte auch sich selbst, wenn er von seinem Leben sprach.


Als er nach Amerika kam, hatte er bereits einen Vertrag in der Tasche. Fury und Hangmen Also Die sind seine bekanntesten Hollywood-Filme. Gary Cooper, Marlene Dietrich oder auch Marilyn Monroe spielten für ihn. Doch so bekannt wie Metropolis und die Mabuse-Filme sind diese Produktionen nicht. Sie sind auch nicht mehr so groß, haben eher dokumentarischen und gesellschaftskritischen Charakter. Der Versuch, noch ein mal in Deutschland große Filme zu machen, scheitert: Opas Kino ist tot! Der Tiger von Eschnapur und Die 1000 Augen des Dr. Mabuse werden von der Kritik lächerlich gemacht. Seine fortschreitende Erblindung zwingt Lang ohnehin aufzuhören. In den letzten Jahren seines Lebens wird es still um ihn, besonders in Deutschland. Am 2. August 1976 stirbt Fritz Lang in Beverly Hills.


Der Autor Artem Demenok hat anhand von Filmausschnitten sowie vielen seltenen Archivdokumenten ein Bild des Menschen und Regisseurs Fritz Lang gezeichnet. Die Filmemacher Claude Chabrol, Jean-Marie Straub und Volker Schlöndorff berichten über ihre Begegnungen mit Lang und seinem Werk. Autor und Produzent wurden für diesen Film 2007 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.


Buch und Regie: Artem Demenok / Kamera: Michael Boomers / Schnitt: Michael Auer / Ton: Jürgen Kornatz, Ralf Boonen / Tonmischung: Clemens Grulich / Sprecher: Hanns Zischler / Mitarbeit: Sergey A. Mishunin, Alexander Gankin / Produktionsleitung: Cordula Paetzel / Produzent: Andreas Christoph Schmidt / Redaktion: Kurt Schneider / Leitung: Martina Zöllner / Eine Produktion von Schmidt & Paetzel Fernsehfilme GmbH / Im Auftrag des Südwestrundfunks
43'54'' / 16:9 / Stereo / F + SW / © 2007 SWR



Pressestimmen:

“Diese Qualität der Aufarbeitung sieht man selten im deutschen Fernsehen”.
(Daniel Kothenschulte, Frankfurter Rundschau)

“Ein sehr kompaktes und sehenswertes Porträt”.
(Rainer Braun, Stuttgarter Zeitung)