Schmidt & Paetzel Fernsehfilme
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Neue Projekte

 

 

Krieg und Frieden

Deutschland und die Sowjetunion (AT)

Ein Film von Artem Demenok und Andreas Christoph Schmidt

RBB, SWR 2018

geplante Ausstrahlung: März 2018, ARD

 

Dieser Zweiteiler geht der Geschichte beider Länder durch das vergangene Jahrhundert nach. Eine große Geschichte von Krieg und Frieden, Hass und Bewunderung. Sie beginnt vor 100 Jahren – mit der Unterzeichnung des Friedensvertrages von Brest-Litowsk am 3. März 1918.

 

Deutschland und die Sowjetunion: fast 75 Jahre lang hat ihr Verhältnis die Geschichte beider Länder geprägt. Es ist eine abgeschlossene Geschichte, weil einer der beiden Staaten aufgehört hat, zu existieren – vor über 25 Jahren. Es ist eine Geschichte der Gegenwart, denn ihre Bilder wirken bis heute fort. Ihre Mythen, Feindbilder und Projektionen prägen immer noch die gegenseitige Wahrnehmung. In dieser Geschichte spiegelt sich das Schicksal zweier großer Ideologien wieder. Ihr Kampf gegeneinander ging bis aufs Blut, die Auslöschung des anderen – hier rassistisch, dort politisch-ideologisch begründet – war existentiell gemeint. Es ging um Vernichtung. Dann wiederum, zu anderen Zeiten, um Koexistenz: In freundlicher Feindschaft – feindlicher Freundschaft.

 

Der Film wird diese Geschichte der Wechselfälle und Wendepunkte aus heutiger Perspektive schildern, aber die Stationen der Entwicklung zwischen beiden Ländern nicht nur als Ereignisgeschichte nachzeichnen, sondern auch den jeweiligen zeitgenössischen Erlebnis- und Erfahrungshorizont zu rekonstruieren suchen – anhand der Kollektiv-Vorstellungen, Ressentiments, Klischees und propagandistisch überformten Freund-Feindbilder voneinander. Er wird sich mit ihrer Entstehung, mit ihrer Verbreitung – und ihrem Einfluss bis heute – mentalitätsgeschichtlich auseinandersetzen.

 

 

 

 

 

Geheimnisvolle Orte:

Die Gedächtniskirche

Ein Film von Andreas Christoph Schmidt und Christian Klemke

RBB 2017

 

Es ist ein Ort voller Geheimnisse, der im Dezember 2016 als Schauplatz eines Attentats ins grelle Licht der Weltöffentlichkeit gerissen wurde: der Breitscheidplatz mit der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Ihr Anblick war so selbstverständlich, dass einem der Krieg, an dessen Schrecken sie erinnern sollte, nicht in den Sinn kam. Die Gedächtniskirche - sie sollte ein nationales Symbol sein, so wollten es ihre Erbauer. Beim Gedenken an Wilhelm I. ging es nicht um dessen Person, sondern um die Reichsgründung 1871. Die Kirche war ein Denkmal der Macht - erzwungen von höchster Stelle.

Zu einem wirklich nationalen Denkmal wurde sie dann auf andere Art. Als modernistische Stadtplaner das Trümmerfeld West-Berlin schleifen wollten und eine ganze neue, moderne Stadt planten, fielen ihnen auf einmal die einfachen Berliner in den Arm. Nun, als die Kirche Ruine war, kämpften sie plötzlich für sie. Die Ruine sollte bleiben - als Symbol der "Stunde Null", Mahnmal des Hochmuts und des tiefen Falls, Denkmal der Trümmerfrauen und derer, die unter den Trümmern lagen.

Als es wieder besser ging, sank das Denkmal hinab zu einer lokalen Sehenswürdigkeit, Postkartenmotiv und Platzhalter für ein Zentrum in einer halben Stadt, die kein Zentrum hatte. Man gewöhnte sich an ihren Anblick. Plötzlich aber, am 20.12.2016, dem Tag nach dem Attentat, richteten sich aller Blicke neu auf sie. Ein Kerzenmeer ist seither auf ihren Stufen, immer liegen frische Blumen dort. Viele trauern dort, und die Kirche ist ihrer aller Denkmal.