{"id":260,"date":"2020-05-28T08:52:10","date_gmt":"2020-05-28T08:52:10","guid":{"rendered":"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/?page_id=260"},"modified":"2020-05-28T09:07:08","modified_gmt":"2020-05-28T09:07:08","slug":"elementor-260","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/?page_id=260","title":{"rendered":"Hermann Hesse. Der Weg nach Innen, Kommentartext von Andreas Christoph Schmidt"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-page\" data-elementor-id=\"260\" class=\"elementor elementor-260\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-958bdab elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"958bdab\" data-element_type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-2f4e845\" data-id=\"2f4e845\" data-element_type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-c0f5c8f elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"c0f5c8f\" data-element_type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t<p style=\"font-weight: 400;\">10:00:10\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Als er bereits ein alter Mann war, fuhr Hermann Hesse im August regelm\u00e4\u00dfig ins Engadin, nach Sils Maria.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">00:47\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Sein Blick aus dem Zimmerfenster fiel auf das, so nannte er es: \u201esch\u00f6nste Geburtshaus eines gro\u00dfen Stromes.\u201c Denn hier entspringt der Inn. Und er flie\u00dft nicht nach Westen, ins nahe Italien. Er nimmt den weiten Weg, ostw\u00e4rts, weit durch die Alpen, sammelt das Wasser vieler B\u00e4che und Fl\u00fcsse und m\u00fcndet bei Passau in die Donau.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">01:12\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Hesse liebte weite Wege, hatte als junger Mann Wanderungen gemacht, die heute ganz unglaublich anmuten, hunderte von Kilometern auf der Landstra\u00dfe. Auch durch das Engadin war er gewandert, an St. Moritz vor\u00fcbergezogen und Sils, mit seinem ber\u00fchmten Hotel Waldhaus, aber er war bei weitem nicht in der Lage, hier einzukehren.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">01:33\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Eigentlich war sein ganzes Leben eine weite Wanderung gewesen. Sein weiter Weg nach innen.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">02:34\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Am Ende nun war er ein hochgeehrter Gast im Waldhaus, das nur von hochgeehrten G\u00e4sten und eigentlich beinahe nur von Ber\u00fchmtheiten bewohnt wurde.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">02:50\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Die Manns und die Hesses trafen sich hier,<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">02:54\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Das G\u00e4stebuch, nein, Arriv\u00e9ebuch belegt es, abends plauderten die beiden Literaturnobelpreistr\u00e4ger ein St\u00fcndchen miteinander, wobei Hesse mehr lauschte als sprach.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">03:23\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Das Zimmer, in dem Hesse wohnte, ist noch so eingerichtet wie ehedem. Heute \u00fcbernachtet hier gelegentlich Hesses Enkel Silver.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">05:08\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Einmal j\u00e4hrlich findet in Sils ein Hesse-Kongre\u00df statt. Der Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg h\u00e4lt einen Einf\u00fchrungsvortrag. Eine zeitlang war er Pr\u00e4sident der Akademie der K\u00fcnste in Berlin, und eine lange Zeit war er Literaturprofessor in den USA und Z\u00fcrich. Sein erstes Leseerlebnis h\u00e4tte ihm Hesse beinah verleidet.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">06:16\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Und so hatte es begonnen: Hermann Hesse wurde 1877 in Calw, im Nordschwarzwald geboren, in eine Familie hochbegabter, zu gro\u00dfer Entsagung bereiter, unerm\u00fcdlich flei\u00dfiger Gottesknechte. Die Eltern stammten beide nicht von hier. Sie waren Missionare, und die Mutter war in Indien geboren worden. Der Gro\u00dfvater, Hermann Gundert, hatte einen Glasschrank mit indischen G\u00f6tzen und sprach alle Sprachen. Die,\u00a0(von denen wir geh\u00f6rt haben) deren Namen wir kennen, aber auch solche: Malayalam, Fali, Hindustani&#8230;<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">07:12\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Seltsamer Gegensatz: das St\u00e4dtchen mit seinen Winkelgassen, und darin diese weltbewanderte Familie. Der Vater kam aus Estland, war Baltendeutscher, hatte einen russischen Pass und sprach unbeirrbar hochdeutsch. Das Deutsch, das sein Sohn sp\u00e4ter schrieb, ein Fremdling in Fachwerkkulisse.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">07:35\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Die Gro\u00dfmutter erst: Sie konnte nur franz\u00f6sisch, las in ihrer Bibel und blieb sogar den Enkeln fremd.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">08:03\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Er war aber kein leicht erziehbarer Knabe gewesen.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">08:32\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Seit Jahrhunderten beherbergt das Zisterzienserkloster von Maulbronn eine Schule. Zu Hesses Zeit musste man eine Reihe schwerer Pr\u00fcfungen bestehen, ehe man hier eintreten durfte.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">08:49\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Wer das Landexamen bestand, konnte sich als einen Auserw\u00e4hlten betrachten, denn viele scheiterten, nur wenige wurden zugelassen. Ihr Lebensweg stand fest: Professor oder Pfarrer, Katheder oder Kanzel. Hesse war 14, als er nach Maulbronn kam.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">09:51\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Holder, das ist H\u00f6lderlin, auch er war Seminarist in Maulbronn.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">09:59\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Hesses Gro\u00dfvater Hermann Gundert, der stolz war, seinen Enkel an der Schule zu wissen, die er selbst einmal besuchte. Von ihm jedoch, Hesse selbst, keine Spur.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">10:12\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Denn er sollte hier scheitern.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">10:15\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Maulbronn ist das Vorbild f\u00fcr Mariabronn in \u201eNarzi\u00df und Goldmund\u201c und Waldzell in Hesses gro\u00dfem letzem Roman \u201eDas Glasperlenspiel\u201c. Eine Provinz des Geistes. Ein Hort der Auserw\u00e4hlten. Und ein Ort des Scheiterns. In \u201eUnterm Rad\u201c erscheint es unter seinem wirklichen Namen.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">11:13\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Bericht der Schulleitung \u00fcber die Flucht des Z\u00f6glings Hesse. Ein halbes Jahr nur war er in Maulbronn; im Fr\u00fchling 1892 wird er, nachdem er davongelaufen und wieder heimgebracht worden ist, nachdem er von Selbstmord gesprochen und mit Mord gedroht hat, entlassen.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">12:22\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0\u201eUnterm Rad\u201c ist eine bittere Abrechnung mit der Schule.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">13:05\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">1914, ehe der Erste Weltkrieg ausbrach, und das Leben des arrivierten \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Schriftstellers Hermann Hesse erneut in eine Krise kam, sah er seine \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Klosterschule Maulbronn wieder:<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">13:56\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Das Refektorium, das zu Hesses Zeiten noch als Speisesaal genutzt wurde.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">14:39\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Der Brunnen schweigt. In Maulbronn ist noch alles so wie damals. Und damals war es so wie in den Jahrhunderten zuvor. Es gibt heute Touristen hier und Ger\u00fcste. Das ist der Unterschied. Und: der Brunnen schweigt.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">15:14\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Es gibt kein Foto Hesses aus der Maulbronner Zeit und dem folgenden, wie er schrieb, \u201eunseligen\u201c Jahr 1892.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">15:27\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Hier war er zw\u00f6lf, mit dreizehn beschlo\u00df er, Dichter zu werden oder gar nichts. Der Sechzehnj\u00e4hrige scheint vom Leben bereits gezeichnet, dem Garnichts n\u00e4her als der Dichtung.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">15:43\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Das Kurhaus von Bad Boll. Hier brachten die Eltern Hesse in der Obhut eines befreundeten und ber\u00fchmten Pfarrers unter, in der Hoffnung, er werde bei Ruhe, Kurbetrieb und guten Gespr\u00e4chen wieder zu sich finden. Es gef\u00e4llt ihm auch sehr gut hier: Kegeln, Spazierengehen, Billard, Musik h\u00f6ren. Er verliebt sich sogar \u2013 in eine 35j\u00e4hrige.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">16:10\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Als sie ihn zur\u00fcckweist, beschafft er mit geliehenem Geld einen Revolver und versucht sich zu erschie\u00dfen.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">16:17\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Der Revolver im Calwer Museum ist nicht die Originalwaffe \u2013 die war viel \u00e4lter und ging nicht los.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">16:35\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">In Bad Boll darf er nun nicht mehr bleiben, pl\u00f6tzlich besteht ein Verdacht auf \u201eprim\u00e4re Verr\u00fccktheit\u201c; die Mutter bringt ihn in die Nervenheilanstalt Stetten im Remstal.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">17:04\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0Er ist gerade 15 geworden. Brief an den Vater: (ein Vierteljahrhundert, ehe Kafka seinen, den ber\u00fchmten Brief an den Vater schrieb:)<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">18:02\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Bodenseelandschaft.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">18:10\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Am westlichen, kleineren Teil des Sees, durch den der Rhein flie\u00dft, liegt auf der Halbinsel H\u00f6ri, direkt der Schweiz gegen\u00fcber, das St\u00e4dtchen Gaienhofen.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">18:23\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">1904, als Hermann Hesse hierher zog, lag die Wirrnis seiner Jugend hinter\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 ihm.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">18:32\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Die Schule hatte er nach einem weiteren Versuch am Gymnasium in Cannstadt endg\u00fcltig abgebrochen. Mittlere Reife. Kein Abitur. Dann eine Buchh\u00e4ndlerlehre \u2013 Abbruch \u2013 ein Schlosserlehre \u2013 Abbruch \u2013 erneute Buchh\u00e4ndlerlehre in T\u00fcbingen, schie\u00dflich Antiquariatsgehilfe in Basel.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">18:51\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Erste Ver\u00f6ffentlichungen, Gedichte, kurze Prosa, auf eigene Kosten.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">18:59\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">1903 entdeckt ihn ein Verlag, Samuel Fischer, und er schreibt f\u00fcr den ein Buch zu Ende, an dem er seit langem langsam arbeitet: Peter Camenzind, die Geschichte eines Schweizerjungen, der aus den Bergen kommt, in der Stadt Literat wird und in die Berge heimkehrt.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">19:20\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Eine Italienreise mit der Basler Fotografin Maria Bernoulli, danach Verlobung und Heirat gegen den Willen ihres Vaters.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">20:31\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Hesses Mutter, nach der er sich hier sehnt, war 1902 gestorben, 2 Jahre vor Gaienhofen.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">20:43\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Die ersten Jahre lebte das junge Paar in einem alten Bauernhaus, Wasser aus dem Brunnen. Outsider, Aussteiger, Alternative.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Heute ist hier ein Museum. Es steht auch eins von diesen lebensgro\u00dfen, realistischen Standbildern hier, wie in Calw, bronzene Wiederg\u00e4nger, die modern zu werden scheinen.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">22:06\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Nach drei Jahren, der erste Sohn war geboren, konnten die Hesses ein eigenes Haus bauen. Eine stolze und luftige Villa.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">22:35\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Vor nicht langer Zeit stand das Haus leer, und ihm drohte sogar der Abri\u00df. Gerettet wurde es durch private Initiative. Heute ist es teils Wohnung, teils Museum, und alles hier sieht aus wie zu Hesses Tagen.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">22:52\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Hesses erster eigener Garten. Er war Wanderer und blieb es, war aber von nun an auch G\u00e4rtner, und die Arbeit im Garten, eigentlich auf Gem\u00fcse gerichtet und alternatives Leben, wurde f\u00fcr ihn zur Meditation, Denkschule und Quelle der Inspiration.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">24:00\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Wenn das Haus fertig ist, kommt der Tod, hei\u00dft es bei Hesses sp\u00e4terem Freund, Thomas Mann, in den Buddenbrooks.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">24:09\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Bei Hesse war es nicht der Tod, im Gegenteil, das Leben. Kaum war der Garten angelegt, das Haus eingerichtet, wurde er unruhig. Es sollte alles von Dauer sein, zwei weitere S\u00f6hne wurden ihm hier geboren, das Leben war eingerichtet, aber ihn zog es st\u00e4ndig fort.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">24:38\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Als Hesse\u00a0nach Asien reiste, verabschiedeten ihn seine Freunde mit einem Schattentheater, das der K\u00fcnstler Otto Bl\u00fcmel angefertigt hatte, Hermann Hesses Seefahrt:<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">25:06\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Und so bricht er, von Abenteuerlust und Erkenntnisdrang getrieben, auf. Da\u00df die Reise eine Flucht aus der Idylle war, sahen die Freunde nicht. Hesse verbarg seine Mi\u00dfstimmung. In einem Brief aber schrieb er:<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">25:38\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Ein Gedicht aus der Gaienhofener Zeit. Es ist ein typisches, scheinbar harmloses Hesse-Naturgedicht und sagt deutlich, wie es um den gefeierten Erfolgsautor und Familienvater stand:<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">26:39\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Flugschau in der Schweiz 1912. Zum g\u00e4ngigen Bild des \u201eInnerlichkeitsautors\u201c Hesse passt die unwiderstehliche Anziehung, die fliegende Kisten auf ihn aus\u00fcbten, schlecht. Zur Literatur jener Jahre schon. Kafka hatte 1909 \u00fcber die \u201eAeroplane in Brescia\u201c geschrieben, und Hesse war im selben Jahr auf der Frankfurter Luftfahrt-Ausstellung gewesen. Die Lithographie von Karl Bauer zeigt ihn als k\u00fchnen Weltmann, der er auch sein konnte. Nun kamen die Flugzeuge auch in die Schweiz, wo er mittlerweile lebte.\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">27:30\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Er macht einen Rundflug \u2013 wohl als erster Schriftsteller \u00fcberhaupt, \u00e4ngstlich war er nicht. Aber was ihm dabei durch den Kopf ging, hatte nichts mit dem Rausch der Technik zu tun, der so viele Zeitgenossen ergriff:<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">28:07\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Die filigranen Flugger\u00e4te \u2013 bald werden sie eine gef\u00e4hrliche Waffe sein in dem heraufziehenden Krieg.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">28:24\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Bei Bern, heute Stadtrand, bewohnte Hesse mit seiner Familie ein gro\u00dfes, \u00fcppiges Haus, mit einem Garten nach seinem Geschmack.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">28:34\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Vielleicht glaubte er, hier, weniger abgeschieden als am Bodensee, w\u00fcrden sich die famili\u00e4ren Verh\u00e4ltnisse entspannen.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">28:43\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Kunst und Kultur waren nah, einfach mit der Stra\u00dfenbahn in die Stadt, er w\u00fcrde nicht mehr so oft fliehen, und Mia w\u00fcrde fr\u00f6hlicher werden.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">28:55\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Aber es kam anders.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">29:08\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Auf dem Haus lastete eine D\u00fcsternis.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">29:13\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Ein Freund hatte hier gewohnt, der Maler Albert Welti, und da\u00df er in Bern war, war einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr die Hesses herzuziehen. Aber Welti starb pl\u00f6tzlich, kurz nach ihm seine Frau, das Haus stand leer und wurde Hesse zu g\u00fcnstiger Miete angeboten, ein anderes fand sich nicht so leicht wie gedacht, und da zog man in das Haus der Toten.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">29:42\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Auch heute steht es wieder leer, hinter seinen dichten Baumhecken. Die letzten Bewohner duldeten keine Hesse-Pilger hier. Auch der Hesse-Forschung blieb es bisher unzug\u00e4nglich, dabei ist es ein sprechendes Haus. Die Zeit ist hier stehengeblieben, und man betritt die Veranda mit leisem Schaudern. Mia f\u00fcrchtete sich hier.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">30:44\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Im Hesse-Editionsarchiv in Offenbach. So gut wie alles, was wir von Hesse gelesen haben und wissen, ist durch die H\u00e4nde von Volker Michels gegangen, dem Herausgeber der Gesamtausgabe und vieler Werke \u00fcber Hesse. Er hat sein Arbeitsleben beinah ganz diesem einen Autor gewidmet, und angefangen hat es \u2013 mit einem Briefchen.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">31:57\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Bilder des Ersten Weltkriegs. Z\u00fcrich 1914. In der Schweiz f\u00fchlte man sich, nach dem Einmarsch der deutschen Armeen in das unbeteiligte Belgien und Luxemburg, nicht unbedingt sicher. Man f\u00fcrchtete, da\u00df entweder Deutschland, oder aber Frankreich einen \u00e4hnlichen \u00dcberfall wiederholen w\u00fcrde.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">32:49\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Er wartet vergeblich auf seine Einberufung, &#8211; er ist ja Deutscher &#8211; meldet sich schlie\u00dflich freiwillig beim Konsulat in Bern, wird aber nicht eingezogen.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">32:59\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Nicht da\u00df er den Krieg begr\u00fc\u00dft h\u00e4tte, aber er verkn\u00fcpft doch Hoffnungen mit ihm. Es m\u00fcsse doch etwas Neues entstehen. Die starre Welt bricht auf. Aber Hesse ist kein Autor von Stahlgewittern. Nichts von dem, was sich an der Front zutrug, hat er mit eigenen Augen gesehen. Er sah heimkehrende Verwundete. Und die unfrohen Blicke derer, die an der Front gewesen waren und dorthin zur\u00fcckkehren mussten. Er macht sich Sorgen um die franz\u00f6sischen Kathedralen.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">33:34\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Im November 14 erscheint in der Neuen Z\u00fcrcher Zeitung ein Artikel von ihm.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">34:19\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Als Antwort auf seine politischen \u00c4u\u00dferungen traf ihn eine Ha\u00dfwelle aus Deutschland in Briefen und Schm\u00e4hartikeln. Was er nun auch schrieb, f\u00fcr die Hurra-Patrioten war er ein \u201eVaterlandsloser Gesell\u201c.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">34:40\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Am Hauptbahnhof in Z\u00fcrich. Am 9. 3. 1916 wollte Hesse hier gerade in den Zug nach Winterthur steigen, da sp\u00fcrte er eine Hand auf der Schulter. Es war die seines Freundes, des Komponisten Othmar Schoeck, mit dem er seinerzeit durch Italien gereist war.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">35:13\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Er brachte die Nachricht vom Tod des Vaters in Deutschland.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">35:38\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Das Berner Haus ist Schauplatz des Romans \u201eRo\u00dfhalde\u201c. Er schildert das Auseinanderbrechen einer Ehe so definitiv, es konnte kein Zweifel sein, da\u00df auch Hesses Ehe vor\u00fcber war.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">36:47\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Portr\u00e4t von Emil Sinclair, 1919. Emil Sinclair ist Hermann Hesse. Das Pseudonym hatte Hesse f\u00fcr einige seiner politischen Artikel benutzt. Nun erscheint der Roman \u201eDemian\u201c unter dem Namen Sinclair. Hingeschrieben im Jahre 17, in zwei Monaten. Emil Sinclair, behauptete Hesse, sei ein junger Kriegsheimkehrer, der auf den Tod niederliegt und ihm sein Manuskript anvertraut hat. Demian \u2013 D\u00e4mon. Eine Reise in die Psyche. Sie beginnt, wie Hesses Leben, in einer s\u00fcddeutschen Kleinstadt und endet, wie Thomas Manns Zauberberg, im Weltkrieg.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">37:50\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Von 1919 an lebte Hermann Hesse in diesem Zauberschl\u00f6sschen in Montagnola im Tessin. Seine Wohnung war damals nicht so elegant wie heute. Der Balkon ist noch da, auf dem der Maler Klingsor am Anfang von Hesses Erz\u00e4hlung \u201eKlingsors letzter Sommer\u201c stand.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">38:09\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Gem\u00e4lde von Hans Purrmann.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">38:12\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Hier war Hesse Klingsor, der das Dasein genie\u00dft und bis zur Neige aussch\u00f6pft. Von seinem Balkon hatte er eine wundervolle Aussicht \u00fcber den Luganer See.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">38:26\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Er war arm damals. Der Erfolg des Demian brachte ihm nichts ein. Die letzte Rate aus dem Verkauf seines Hauses in Gaienhofen ergab nach Umtausch 37 Schweizer Franken. Inflation in Deutschland.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">39:16\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Neben Hesses Casa Camuzzi ist heute ein kleines Museum.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">39:24\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Manchmal finden Lesungen statt, wie hier, auf deutsch und italienisch.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">39:35\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Seine Schreibmaschine, darin ein kleines St\u00fcck aus seinem letzten Roman \u201eDas Glasperlenspiel\u201c.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">39:49\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Einige seiner Aquarelle \u2013 er hatte zu malen begonnen, haupts\u00e4chlich um Ruhe zu finden.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">40:00\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Die Gegend bei Lugano ist heute Hesse-Land. Er hatte einen Ort gefunden, den er nicht wieder aufgab.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">40:17\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Bei einer Wanderung mit Freunden begegnet Hesse Ruth Wenger.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">40:32\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Aber er sah, Klingsor-Hesse, sofort, da\u00df auch hier kein dauerndes Gl\u00fcck zu erhoffen war:<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">41:19\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">1972 verfilmte Conrad Rooks, ein Beatnik der ersten Stunde aus New York, Hesses Roman Siddharta in Indien.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">41:32\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Siddharta verl\u00e4sst die Eltern, um Bettelm\u00f6nch zu werden, begegnet Buddha und verl\u00e4\u00dft ihn, um eine Kurtisane zu lieben, verl\u00e4sst sie, um bei dem F\u00e4hrmann Vasuveda zu leben und dem Flu\u00df zu lauschen. Eine lange Reise zu sich selbst. Von Siddharta glauben heute viele, da\u00df es ein alter indischer Mythos sei, nicht die Erfindung eines Europ\u00e4ers. Eines Europ\u00e4ers, der immer nur von sich selbst schrieb.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">42:03\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Dies ist nicht Indien. Es ist der Garten hinter Hesses Casa Camuzzi in Montagnola. Er wird selten betreten heutzutage, aber Hesse nutzte und liebte ihn, wenngleich er hier nur Gast war, nicht G\u00e4rtner. Siddharta ist nicht in Indien entstanden, sondern hier. Dies ist Siddhartas Indien.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">42:28\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Siddharta war f\u00fcr Hesse ein sehr europ\u00e4isches Buch, aber f\u00fcr viele seiner Leser wurde es zum Reisebegleiter beim Indien-Trip und in eine psychedelische Nirwana-Welt.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">42:41\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Theodore Ziolkowski ist ein Professor aus Princeton. Er hat das erste amerikanische Buch \u00fcber Hesse geschrieben, zu Beginn der sechziger Jahre, und dann fasziniert zugesehen, wie aus dem entlegenen deutschen Dichter ein amerikanischer Popstar und Guru wurde.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">44:13\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Basel.\u00a0Die Stadt hat eine besondere Rolle in Hesses Leben.\u00a0Hier\u00a0wurde er zum Schriftsteller, fand einen Platz in der Intellektuellen- und K\u00fcnstlergesellschaft.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">44:28\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Im November 23 bezieht er ein Zimmer im Hotel Krafft; seine Freundin Ruth Wenger, die ebenfalls hier wohnt, hat es f\u00fcr ihn gemietet.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">44:45\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Hesse mit Braut, Schwiegereltern und einer Freundin in des Schwiegervaters gro\u00dfer Karre. Ein bi\u00dfchen eingeklemmt. Ruths Vater dr\u00e4ngte auf Heirat. Und Hesse f\u00fchlte sich verpflichtet.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">45:03\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Kurz nach der Hochzeit versucht Hesse, sich in seinem Hotelzimmer mit einer \u00dcberdosis Schlafmittel das Leben zu nehmen. Der Autor des Siddharta. Der Name Siddharta, Buddhas Vorname \u00fcbrigens, bedeutet: \u201eDer sein Ziel erreicht hat\u201c. Hesse noch nicht. Die Ehe mit Ruth dauerte drei Jahre. Man sah sich nicht mehr so oft. 1927 reichte Ruth die Scheidung ein.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">45:40\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Ein unscheinbares Haus in einer unscheinbaren Stra\u00dfe Basels. Hier ist selten mal jemand aus der Fangemeinde hergekommen. Oben, unter dem Dach, hatte Hesse bei einer Witwe zwei Zimmerchen gemietet, im Winter 1924. Hier erfand Hesse, der gerade noch Klingsor gewesen war, zuvor Sinclair,\u00a0sich wiederum neu &#8211; als Steppenwolf.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">46:33\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Steppenwolf-Verfilmung von Fred Haines, mit Max von Sydow, 1974.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">46:52\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Das Treppenhaus, in dem Hesse-Steppenwolf manchmal sa\u00df und die saubere Luft einer durch und durch geordneten Welt witterte, von der er sich ganz ausgeschlossen sah.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">47:22\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Aber Hesses Steppenwolf rei\u00dft keine L\u00e4mmer. Er ist ein harmloser Shimmy-T\u00e4nzer und Rotwein-Trinker. Gelegentlich Damenbesuche auf der Mansarde. Sein Aquarell mit dem Titel \u201eMaskenball\u201c<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">47:45\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Dieser Steppenwolf aber sollte vierzig Jahre sp\u00e4ter in den USA so einschlagen, da\u00df Literaturwissenschaftler eine \u201eGermanisierung der Jugend\u201c kommen sahen. Das war negativ gemeint nat\u00fcrlich. Nie wieder hat ein Autor deutscher Sprache solche Erfolge in der Neuen Welt gehabt wie \u201eSaint Hesse among the Hippies\u201c. San Francisco 1967. Die Begeisterung der Hippies f\u00fcr Hesse ist oft als Mi\u00dfverst\u00e4ndnis erkl\u00e4rt worden.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">49:17\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Nichts habe man aus dem letzten Krieg gelernt, hatte Hesse im Steppenwolf geschrieben.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">49:55\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Hesse 1933 mit seinem \u00e4ltesten Sohn Bruno und seiner dritten Frau Ninon. Er lebte mit ihr in einem eigenen Haus mit weitl\u00e4ufigem Garten in Montagnola.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">50:09\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Ninon war 18 Jahre j\u00fcnger als Hesse, Leserin seit dem Peter Camenzind, und sie blieb und sch\u00fctzte ihn bis an sein Lebensende.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">50:19\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">12 Jahre schrieb Hesse an einem Roman, der ihn in das Schulkloster seiner Jugend zur\u00fcckf\u00fchrte. Das Glasperlenspiel war sein letztes gro\u00dfes Werk. Entwurf einer auf den Geist, nicht die Macht gegr\u00fcndeten Gegenwelt. In Deutschland konnte das Buch nicht erscheinen. Nach dem Krieg trug es seinem Autor den Nobelpreis ein.<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">51:19\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><p style=\"font-weight: 400;\">Ein Grabstein auf dem Friedhof von Sant\u00b4Abbondio bei Montagnola. Hesse starb im August 1962. Jede neue Generation, die sich finden und definieren mu\u00df, entdeckt ihn wieder. Sein St\u00fcck wird noch gespielt.<\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>10:00:10&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Als er bereits ein alter Mann war, fuhr Hermann Hesse im August regelm\u00e4\u00dfig ins Engadin, nach Sils Maria. 00:47&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Sein Blick aus dem Zimmerfenster [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v21.8.1 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Hermann Hesse. Der Weg nach Innen, Kommentartext von Andreas Christoph Schmidt - Schmidt &amp; Paetzel Fernsehfilme<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/?page_id=260\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Hermann Hesse. Der Weg nach Innen, Kommentartext von Andreas Christoph Schmidt - Schmidt &amp; Paetzel Fernsehfilme\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"10:00:10&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Als er bereits ein alter Mann war, fuhr Hermann Hesse im August regelm\u00e4\u00dfig ins Engadin, nach Sils Maria. 00:47&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Sein Blick aus dem Zimmerfenster [...]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/?page_id=260\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Schmidt &amp; Paetzel Fernsehfilme\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2020-05-28T09:07:08+00:00\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"21\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/?page_id=260\",\"url\":\"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/?page_id=260\",\"name\":\"Hermann Hesse. Der Weg nach Innen, Kommentartext von Andreas Christoph Schmidt - Schmidt &amp; Paetzel Fernsehfilme\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/#website\"},\"datePublished\":\"2020-05-28T08:52:10+00:00\",\"dateModified\":\"2020-05-28T09:07:08+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/?page_id=260#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/?page_id=260\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/?page_id=260#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Hermann Hesse. Der Weg nach Innen, Kommentartext von Andreas Christoph Schmidt\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/#website\",\"url\":\"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/\",\"name\":\"Schmidt &amp; Paetzel Fernsehfilme\",\"description\":\"\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":\"required name=search_term_string\"}],\"inLanguage\":\"de\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Hermann Hesse. Der Weg nach Innen, Kommentartext von Andreas Christoph Schmidt - Schmidt &amp; Paetzel Fernsehfilme","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/?page_id=260","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Hermann Hesse. Der Weg nach Innen, Kommentartext von Andreas Christoph Schmidt - Schmidt &amp; Paetzel Fernsehfilme","og_description":"10:00:10&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Als er bereits ein alter Mann war, fuhr Hermann Hesse im August regelm\u00e4\u00dfig ins Engadin, nach Sils Maria. 00:47&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Sein Blick aus dem Zimmerfenster [...]","og_url":"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/?page_id=260","og_site_name":"Schmidt &amp; Paetzel Fernsehfilme","article_modified_time":"2020-05-28T09:07:08+00:00","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"21\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/?page_id=260","url":"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/?page_id=260","name":"Hermann Hesse. Der Weg nach Innen, Kommentartext von Andreas Christoph Schmidt - Schmidt &amp; Paetzel Fernsehfilme","isPartOf":{"@id":"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/#website"},"datePublished":"2020-05-28T08:52:10+00:00","dateModified":"2020-05-28T09:07:08+00:00","breadcrumb":{"@id":"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/?page_id=260#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["http:\/\/schmidt-paetzel.de\/?page_id=260"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/?page_id=260#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Hermann Hesse. Der Weg nach Innen, Kommentartext von Andreas Christoph Schmidt"}]},{"@type":"WebSite","@id":"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/#website","url":"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/","name":"Schmidt &amp; Paetzel Fernsehfilme","description":"","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":"required name=search_term_string"}],"inLanguage":"de"}]}},"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/260"}],"collection":[{"href":"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=260"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/260\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":273,"href":"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/260\/revisions\/273"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/schmidt-paetzel.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=260"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}