Schmidt & Paetzel Fernsehfilme
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Protagonisten im Film "Rote Arktis. Eroberung des Nordpols 1937"

 

Otto Juljewitsch Schmidt

(1891 - 1956), ein sowjetischer Naturwissenschaftler, war nach der Oktoberrevolution in den Volkskommissariaten für Versorgung, Finanzen und Bildung tätig. Von 1932-1956 lehrte Schmidt an der Lomonossow-Universität in Moskau, hier leitete er von 1930-1932 auch das Arktisinstitut. 1935 wurde er Mitglied der Akademie der Wissenschaften der UdSSR, wo er von 1939-42 das Amt des Vizepräsidenten bekleidete. Neben Mathematik war ein Hauptbetätigungsfeld Schmidts die Polarforschung. Er führte in den 1930er Jahren diverse Expeditionen in die Arktis durch und zeichnete sich verantwortlich für die Einrichtung von Forschungsstationen in Franz-Joseph-Land. Diese ermöglichten die Erforschung von Land und Klima. 1932 bezwang Schmidt als wissenschaftlicher Expeditionsleiter mit dem Eisbrecher Sibirjakow erstmals die Nordostpassage. Er leitete die Tscheljuskin-Expedition und war verantwortlicher Organisator der sowjetischen Nordpol-Eroberung 1937. Schmidt wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. wurde er 1937 als Held Der Sowjetunion geehrt. Nach ihm benannt wurden eine Insel in der Karasee, der erste sowjetische Forschungs-Eisbrecher und das Institut für Geophysik an der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften.

 

Michail Sergejewitsch Babuschkin

(1893-1938) begann 1914 seinen Militärdienst und schloss 1915 seine Fliegerausbildung ab. Er diente von 1932 an in der sowjetischen Polarluftflotte und war an diversen Expeditionen beteiligt, u. a. auch an der Evakuierung der schiffbrüchigen Besatzung der Tscheljuskin-Expedition. Babuschkin war Teil der Fliegermannschaft um die Eroberung des Nordpols 1937. Er starb 1938 bei einem Testflug. Nach ihm ist der Moskauer Stadtteil Babuschkina und die Metro-Station Babuschkinskaja benannt.

 

Michail Wassiljewitsch Wodopjanow

(1899-1980) trat 1919 in die Rote Armee ein und beteiligte sich am Russischen Bürgerkrieg. Seine Fluglizenz erwarb er 1929, begann seine Pilotenlaufbahn im zivilen Luftverkehr und wechselte anschließend in die Polarluftflotte. Er war einer der sieben Piloten, die 1934 die schiffbrüchige Besatzung des Dampfers Tscheljuskin von einer Eisscholle im Polarmeer retteten. Daraufhin wurde die Auszeichnung Held Der Sowjetunion gestiftet und jenen Piloten als Ersten verliehen. 1937 landete Wodopjanow als erster Mensch mit einem Flugzeug am Nordpol. Während des Zweiten Weltkrieges befehligte er u. a. die 81. Fernfliegerdivision. Nach dem Krieg schied er als Generalmajor aus der Armee aus, um ein Leben als Schrifsteller in Moskau zu führen.

 

Ernst Theodorowitsch Krenkel

(1903-1971) arbeitete zwischen 1924 und 1938 auf verschiedenen Polarstationen. Er war beteiligt an der Errichtung der nördlichsten Funkstation der Welt in Franz-Joseph-Land und stellte 1930 einen Weltrekord auf, als er einen Funkkontakt von einer arktischen Station zu einer amerikanischen Station am Südpol herstellte. Krenkel benachrichtigte die Außenwelt von der Scholle aus über den Verbleib der Überlebenden der Tscheljuskin-Expedition. Als Funker der Nordpol-1 Driftstation zeichnete er sich 1938 verantwortlich für die Rettung der Mannschaft, als es ihm gelang, Kontakt zu Funkamateuren aufzubauen, während die Scholle bereits unter den Abenteurern auseinander brach. Krenkel war der erste Präsident der Radio-Sport-Vereinigung der Sowjetunion.

 

Iwan Dmitrijewitsch Papanin

(1894-1986) wuchs in sehr einfachen Verhältnissen auf, tauchte als Kind nach den Münzen, die Touristen im Hafen seiner Geburtsstadt Sewastopol über Bord warfen. Er wurde nach nur vier Pflichtschuljahren zum Dreher ausgebildet und arbeitete ab dem 18. Lebensjahr auf einer Werft in Reval. 1914 wurde Papanin zur Marine einberufen und ging im April 1922 als Kommissar der Hauptverwaltung Seetechnik und -wirtschaft nach Moskau. Erste Arktiserfahrungen sammelte Papanin als stellvertretender Bauleiter einer Großfunkstelle am Aldan in Jakutien. 1934 wurde er mit dem Aufbau einer Polarstation am Kap Tscheljuskin betraut. Aufgrund seiner Leistungen während der Nordpolexpedition 1937-38 wurde Papanin zu einem sehr populären Sowjetbürger und zum Leiter der Hauptverwaltung Nördlicher Seeweg ernannt. Bis zu seinem Tod war Iwan Papanin für die UdSSR in arktischen Gefilden tätig. Er führte die Abteilung für Meeresexpeditionen beim Präsidium der Akademie der Wissenschaften, baute die russische Forschungsflotte auf und leitete die biologische Station Borok, welche zum führenden Institut für Süßwasserbiologie wurde. Iwan Papanin wurde zweimal als Held Der Sowjetunion ausgezeichnet. Nach ihm benannt wurden ein Kap auf der Taimyrhalbinsel, ein Bergzug in der Antarktis und ein Unterwasserberg im Pazifik. 

 

Pjotr Petrowitsch Schirschow

(1905-1953) war als Biologe zuständig für Analysen von Wasser und Eis auf der Nordpol-1 und von 1938-39 Direktor des arktischen Institus der Akademie der Wissenschaften. In den Jahren 1942-48 bekleidete Schirschow das Amt des Volkskommissars und war als Marineminister zuständig für die sowjetische Flotte. Zur selben Zeit war Schirschow Direktor des Instituts für Ozeanographie der Akademie der Wissenschaften. Im Jahr 1941 wurden seine Frau und Familie aus Moskau evakuiert, doch Schirschow blieb. Kurz danach lernte er die Schauspielern Jewgenija Gorkuscha kennen und lieben und trennte sich von seiner Ehefrau. Schirschow und Jewgenija Gorkuscha bekamen eine Tochter. Am 28.06.1946 fuhr Viktor Abakumow zur Datsche der beiden Liebenden und forderte Jewgenija Gorkuscha auf, umgehend mit ihm ins Theater zu anstehenden Proben zu fahren. Sie setzte sich zu ihm ins Auto und ward danach nie mehr gesehen. Ihre und Schirschows Tochter war zu diesem Zeitpunkt gerade anderthalb Jahre alt. Im November 1947 wurde Jewgenija Gorkuscha aufgrund einer fingierten Spionage-Anklage zu 8 Jahren Lager verurteilt. Im August 1948 beging sie dort Selbstmord. Schirschow waren die Hände gebunden, er konnte ihr nicht helfen und begann heftig zu trinken. Im Rausch soll er einmal ein Stalin-Portrait von der Wand seines Büros gerissen und auf den Boden geschmettert haben. 1948 wurde Schirschow von seinem Ministerposten entbunden. Er starb 1953 an den Folgen seines schweren Alkoholismus und ein Stück weit wohl auch an einem gebrochenen Herzen.

 

Außerdem:

Sigurd Schmidt, Sohn Otto Schmidts

Wladimir Schmidt, Sohn Otto Schmidts

Valentina Romanenko, Nichte Iwan Papanins

Theodor Krenkel, Sohn Ernst Krenkels

Rostislaw Brontman, Sohn Lazar Brontmans