Schmidt & Paetzel Fernsehfilme
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Was war links?

Dokumentarfilm in 4 Folgen


 

Pressetext SWR 2003:
Links ist vorbei – die großen Utopien der Linken scheinen spätestens mit dem Fall der Mauer da gelandet zu sein, wohin sie Trotzki, ein großer Linker, schon 1917 verwiesen hatte: auf den Müll der Geschichte. Die gestern links(radikal) waren, sind heute Außenminister oder Innenminister oder Universitätsprofessor oder Heilpraktiker oder Unternehmer oder...
Was war links in Deutschland? Weltanschauung und Lebensgefühl – die Arbeiterklasse befreien, Projekte machen, demonstrieren gegen alles Mögliche. Rockmusik, Wohngemeinschaft, die MFG gegen BKB (Mitfahrgelegenheit gegen Benzinkostenbeteiligung). Und vieles mehr. Linkssein gehörte zur Ausstattung des Selbstbewusstseins einer ganzen deutschen Generation.
Beinahe zwei Jahre lang waren der Filmemacher Andreas Christoph Schmidt und seine Mitarbeiter im Auftrag von SWR und SFB damit beschäftigt, die Frage Was war links? filmisch zu beantworten. Herausgekommen ist eine historische Revue, manchmal sehr persönlich, manchmal – nicht immer – nostalgisch: ein an Tatsachen und Meinungen reiches Panorama jener Zeit, die vielleicht die politisch lebendigste der Bundesrepublik gewesen ist. Die vierteilige Reihe führt vor, was in den sechziger, siebziger und achtziger Jahren linke Lebenspraxis war. Sie zeigt, was dahinter steckte: die Ideen, die historischen Traditionen der Ideen, die Bücher, in denen die Ideen stehen und die Probleme, die entstanden sind beim Verwirklichen der Ideen. Und sie riskiert einen Blick in die Zukunft des Sozialismus.
In der ersten Folge „Protest und Theorie“ geht Andreas Christoph Schmidt der Frage nach, welche Impulse der Jugend der sechziger Jahre zu ihrer Politisierung verhalfen. Und kommt zu dem Schluss, dass die aus Amerika herüberschwappende Pop-Musik und ihr aufmüpfiger Gestus den Geist der Rebellion in Deutschland mindestens genau so beförderte wie die Theorie-Diskussionen im SDS, im Sozialistischen Deutschen Studentenbund.
Der zweite Teil beschäftigt sich mit „Dutschke und Konsorten“, mit den Kultfiguren und Mythen der Studentenbewegung. Verklärt gesehen wurden vor allem die Helden ferner Revolutionen, deren Poster in jeder WG hingen: Che Guevara, Mao, Ho Tschi Minh. Kritischer – eben wie man es von ihnen gelernt hatte – verfuhr man da schon mit den geistigen Vätern aus nächster Uni-Nähe: Adorno, Marcuse, Bloch.
Im dritten Teil, „Lärm und Gewalt“, zeichnet Andreas Christoph Schmidt die Gewalt-Eskalationen der siebziger Jahre nach und reflektiert das traditionell schwierige Verhältnis der Linken zur Gewalt.
Der vierte und letzte Teil ist der Frage gewidmet, wie „Kunst und Klassenkampf“ zusammen gehen. Eine gehörige Portion Skepsis gegenüber den „schönen Künsten“ gehörte zum revolutionären Zeitgeist. „Zwischentöne sind bloß Krampf - im Klassenkampf!“ sang der Liedermacher Franz Josef Degenhardt. Und Peter Weiss, Dramatiker und Sozialist, musste sich 1965 aus Anlass der Uraufführung seines Stückes „Die Ermittlung“ von Reportern die Frage gefallen lassen, wann er denn mit der Waffe in der Hand für die Dritte Welt kämpfen werde.


Buch und Regie: Andreas Christoph Schmidt / Kamera: Birgit Gudjonsdottir, Michael Auer / Schnitt: Andreas Christoph Schmidt, Michael Auer  / Ton: Jörg Marquardt, Jürgen Kornatz, Matthias Thomaé / Tonmischung: Gerhard Jensen-Nelson / Aufnahmeleitung und Recherche: Olga Fedianina, Matthias Gerlach, Ute Hirschberg, Kurt Schneider / Sprecher: Thomas Thieme / Produktionsleitung: Cordula Paetzel / Produktionsassistenz: Cornelia Schmieder / Redaktion: Martina Zöllner, Hans von Brescius / Eine Produktion von Schmidt & Paetzel Fernsehfilme / Im Auftrag von SWR und SFB
57'58'', 58'25'', 58'30'', 58'51'' / 4:3 / mono / F+SW /
© 2003 SWR SFB

 

weiterführende informationen zur serie finden sie in den 2003 erstellten extraseiten.